Samstag, 25. Juni 2022

Wien - Triest - Parenzana - Monaco - Nizza (August/September 2022)

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt …

Ursprünglich hatte ich vor, eine Tour WIEN - TRIEST - TURIN - MONACO - CÁDIZ zu fahren. Dann kam Corona und warf mir meine Pläne über den Haufen. Auch dieses Jahr muss ich die Tour noch einmal verschieben. Aller guten Dinge sind 3, sagt man. Aufgehoben ist nicht aufgeschoben. Auf nächstes Jahr!

Als Alternativprojekt fahr ich dieses Jahr in den Süden und schau mir die Parenzana an. Und wenn ich danach noch fit genug für eine Weiterfahrt bin, radle ich die Adria nach Westen weiter. Schauma mal, wie weit ich komme :-)


Der EuroVelo 9

Um von Österreich aus das Mittelmeer zu erreichen, hat man die Möglichkeit, dem EuroVelo 9 zu folgen. Der EuroVelo 9 ist ein europäischer Radfernweg, der über ca. 1900 Kilometer von Danzig (Polen) an der Ostsee nach Pula (Kroatien) an der Adria führt. Von Wien bis Bad Radkersburg folgt die Route dem Thermenradweg. Danach führt sie entlang der Mur und über Spielfeld nach Slowenien und durchquert  die Städte Maribor, Ljubljana und Postojna. Anschließend macht der EuroVelo 9 einen kurzen Abstecher durch Italien, um in Triest das Mittelmeer zu erreichen.

Triest ist der Ausgangspunkt der Parenzana.

Die Parenzana

Die Lokalbahn Triest–Parenzo (ital. Parenzana, slow./kroat. Porečanka, deutsch auch Parenzaner Bahn) war eine von 1902 bis 1935 betriebene, in 760 mm Spurweite ausgeführte Schmalspurbahn im heutigen Italien, Slowenien und Kroatien. Sie verlief von Triest über Koper/Capodistria, Izola/Isola, Portorož/Portorose sowie Buje/Buie bis Poreč/Parenzo und war im Endausbau geplant bis nach Kanfanar/Canfanaro. Heutige Nutzung der Trasse als Weg der Gesundheit und Freundschaft – ein multinationaler Radwanderweg.

Bereits in den späten 1880er Jahren bildete sich in Parenzo ein Comité für den Bau einer Eisenbahn Triest–Parenzo. Im Gesamtprojekt neben der von Triest nach Parenzo führenden schmalspurigen, als Dampftramway zu betreibenden Linie (119,6 km) die schmalspurige Strecke Parenzo–Canfanaro (34,6 km) sowie die normalspurige Schleppbahn Triest–Muggia–San Rocco (8,4 km) enthalten.
Ab dem 1. April 1902 wurde die Linie von den k.k. Staatsbahnen (kkStB) betrieben. Am Tag der Eröffnung war die Strecke von Triest bis Buje mit insgesamt sieben Stationen fertiggestellt (58,651 km), am 15. Dezember 1902 wurde die 63,552 km lange Reststrecke Buje–Parenzo mit weiteren sechs Stationen für den Gesamtverkehr übergeben.

Der alte Bahnhof Triest-St. Andrae (ital. Trieste-St. Andrea) war nur von 1902 bis 1906 Ausgangsbahnhof der Parenzana (Km 0,0). Am 23. Juli 1906 wurde der neue Staatsbahnhof Triest (bis heute gebräuchlicher Name Campo Marzio) in Betrieb genommen und gleichzeitig der alte Bahnhof St. Andrae aufgelassen. Die Strecke der Schmalspurbahn wurde bis zum neuen Staatsbahnhof verlängert und begann im km −0,792 (der 0-Punkt blieb unverändert). Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns (1918) übernahm die Italienische Staatsbahn (FS) den Betrieb, legte die Bahnstrecke aber mit dem 31. August 1935 still.

Während der Planung der Eisenbahnlinie hatte man vor, die Strecke noch über Kanfanar hinaus bis Rovinj zu verlängern. Im dortigen Areal des ehemaligen Vollspur-Bahnhofs gibt es noch Bauten, die in Stil und Proportionen stark den Bauten der Parenzana ähneln.
Ein Charakteristikum war die ausgesprochen steigungsreiche Streckenführung, welche lange Schleifenbildungen zur Höhengewinnung und demgemäß wenig attraktive Reisezeiten mit sich brachte. Vorrangige Aufgabe war also offensichtlich der Gütertransport.

Der EuroVelo 8

Der EuroVelo 8, die Mittelmeerroute, ist eine 5.900 km lange EuroVelo-Fernradroute, die von der Insel Zypern über Athen (Griechenland) nach Cadiz (Spanien) führt. Die Route ist teilweise noch unvollständig, so dass man immer wieder auf der Straße fahren muss. Sie verläuft quer durch Europa entlang oder in der Nähe der Mittelmeerküste. Fährt man von Triest in westlicher Richtung, führt die Route in Italien die Küstenlinie der Adria entlang nach Venedig. Nicht weit von Chioggia erreicht man die Mündung des Po in die Adria und folgt nun dem Po bis Turin. Hier verlässt man die Po-Ebene in südlicher Richtung, um die Alpen über den Colle di Tenda, den höchsten Punkt des EuroVelo 8, zu überqueren. Der Colle di Tenda ist gleichzeitig die Grenze zwischen Italien und FrankreichBevor man wieder das Mittelmeer erreicht, passiert man noch einmal die Grenze nach Italien und erreicht die Küste in Ventimiglia. Nun fährt man wieder das Meer entlang. Bei Menton erreicht man noch einmal Frankreich.

Im Fürstentum Monaco durchquert der EuroVelo 8 die Stadt Monte Carlo, bevor er wieder zurück nach Frankreich führt.


Mein geplantes Ziel für mein Alternativprojekt 2022 ist (quasi als Vorgeschmack auf meine große Tour) Monaco.
WANN?
Geplanter Start ist am Samstag, dem 6. August 2022

DIE ROUTE:

Wien-Graz-Triest
Parenzana
zurück nach Triest und
weiter auf dem EuroVelo 8 bis Monaco / Nizza


Kartenmaterial gibt es zum EuroVelo 9 für Österreich und Teile von Slowenien, zur Parenzana fand ich im Internet viele Informationen. Nur die ersten 50 km der Parenzana sind asphaltiert, danach geht es auf unbefestigten Wegen, teils Schotterpisten weiter. Ausgeschildert ist der gesamte Verlauf, Tracks sind ebenfalls im Internet zu finden. Man kann sich also nicht wirklich verfahren :-) Für den EuroVelo 8 gibt es gar keine Fahrradkarten. Aber ich hab mir sowieso meine eigene Routenführung zusammengestellt und bin mit Navi unterwegs.

Ich nehme das TERN TOUR, mit dem ich bei meiner Tour an den Atlantik gefahren bin. Das Rad hat sich als pistentauglich erwiesen. Gepäck muss ich auf alle Fälle einsparen!

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