Sonntag, 28. August 2022

Tag 22: Crespino bis San Benedetto Po

Crespino bis San Benedetto Po:

Hach wie schön. Es gibt Fahrradetappen ohne Strada Infernale :-) Mein Frühstück war etwas spartanisch, was mich bei einem Bauernhof sehr wundert. Ich bekam zwei Scheiben Zwieback, dazu Butter. Vertrockneter Kuchen hell undefinierbar stand ebenfalls am Buffettisch. Orangensaft (immerhin!) und Mineralwasser konnte ich mir auch nehmen. Und der Kaffee war wieder sehr gut! Ja, das können sie in Italien.
 
Bei 21 °C fuhr ich los. Der Wetterbericht sagte 34 °C voraus. Ufffff ... es wird immer heißer. Mein Bauernhof lag an der SP 33, somit musste ich zuerst ein kleines Stück auf der Regionalstraße fahren, bevor ich wieder am Po war. Und ab Guarda Veneta war der Dammweg neben dem Po sogar ein echter Radweg! Kein einziges Auto, nur asphaltierter Radweg mit ein paar Radfahrern, die mit oder ohne Gepäck den Po entlang fuhren. Herrlich!



Sogar eine Rennradfahrergruppe kam mir entgegen. So schnell konnte ich gar nicht mein Handy zücken, um sie aus der Nähe zu fotografieren!



Das Internet gibt ein bissl Auskunft über den Po:

Der Fluss Po (lat. Padus, deutsch veraltet auch: Pfad, aus mhd. Phât oder Pfât) entspringt in den Cottischen Alpen im an der italienisch-französischen Grenze gelegenen Valle Po und mündet nahe bei Adria (Venetien) in die Adria. Mit einer Länge von 652 km ist er der längste Fluss Italiens. Das Einzugsgebiet umfasst eine Fläche von etwa 75.000 km².

Auf weiter Strecke fließt der Fluss durch die Poebene, die wichtigste Landwirtschafts- und Industrieregion Italiens. Der Po hat ein ausgedehntes Delta von etwa 380 km², dessen Fläche sich ständig vergrößert.

Der Fluss ist von der Einmündung des Ticino bei Pavia bis zur Adria schiffbar. In römischer Zeit trug der Fluss den Namen Padus und war namensgebend für die Aufteilung der Gallia cisalpina in die Regionen Gallia cispadana ("Gallien diesseits des Po") und Gallia transpadana ("Gallien jenseits des Po"). Der Oberlauf trug bis zur Einmündung des Tanarus (heute der Tanaro) noch bis in den Anfang der Kaiserzeit den Namen Bodincus, der "Grundlose".
Im 10. Jahrhundert trug der Fluss den lateinischen Namen Eridanus. Der Cremoneser Bischof Liutprand (962–970/972) beantwortet in seinem Gesandtschaftsbericht Liutprandi Legatio die Frage des byzantinischen Kaisers Nikephoros II. Phokas, wo denn die Stadt liege, in der er Bischof sei: "Cremona, sage ich, (ist) dem Eridanus, dem König der Flüsse Italiens, recht nahe."


Ich hatte bei meiner heutigen Etappe immer wieder einen schönen Blick auf den Po. Die Landschaft war richtig schön. Viel Sonne, aber das bin ich schon seit Tagen so gewöhnt. Irgendwann wird sich auch mein Ausschlag (vermutlich Sonnenallergie) auch wieder beruhigen.





Ausgeschildert ist der Radweg super! Ich befand mich hier auf dem EuroVelo 8, der von Griechenland nach Cádiz führt. Ja, nach Cádiz! Mein Großprojekt. Der Poradweg ist Teil davon.

Ab und zu hatte ich Blick auf eine Ortschaft, die nahe am Po bzw. nahe am Poradweg lag. Zufahrtswege oder Zufahrtsstraßen ermöglichten es immer wieder, den Poradweg zu verlassen, um durch den Ort zu fahren.




So einen Abzweig in eine Ortschaft machte ich um die Mittagszeit, als mein Magen immer deutlicher knurrte. Felonica hieß der Ort der Wahl, da er laut googlemaps einen Imbiss hatte. Der Imbiss bestand aus einem Toast, mehr gab's nicht. Aber 1 1/2 Liter Mineralwasser und zum Abschluss einen Espresso gab es sehr wohl.




Nicht ganz satt, dafür in Sachen Flüssigkeit gut abgefüllt fuhr ich weiter. Oh je ... schwarze Wolken zogen auf. Der Wind wurde immer stärker.






Ich fuhr direkt auf die Gewitterfront zu. Ein Ausweichen war unvermeidbar. In der Nähe von Carbonarola begann es zu tröpfeln, und innerhalb von einer halben Minute war ich mitten im Wolkenbruch. Eine Baumgruppe spendete mir ein bissl Schutz. Was soll's ...

I'm singin' in the rain
just singin' in the rain
what a glorious feeling
I'm happy again.
I'm laughing at clouds ...



Eigentlich fällt mir bei einem Gewitter auch oder vor allem immer die Pastorale von Beethoven ein. Das Grollen in der Ferne, der beginnende Sturm, das immer näher kommende Gewitter, Sturm und Blitz und Donner und Wolkenbruch, am Ende das Abebben und Abziehen des Gewitters und die fröhliche Natur danach mit Vogelgezwitscher. Ich glaub, es gibt oder gab keinen Komponisten, der ein Gewitter so mit Musik ausdrücken konnte wie Beethoven mit der Pastorale.

Der Wolkenbruch dauerte nicht lange. Nach einer Viertelstunde tröpfelte es nur noch leicht. Und ich fuhr weiter. Ich bin ja nicht aus Zucker. Und nass war ich eh schon, weil ich nicht rechtzeitig die Regensachen herausgeholt hatte. Also fuhr ich bei leichtem Tröpfeln weiter. Das Tröpfeln hörte auch bald ganz auf.

Die Wolken lockerten sich auf. Es wurde wieder heller.




Ein Blick zurück zeigte mir, dass die Gewitterfront nun hinter mir war.


Öhm ... was ist das denn? Wie soll ein normalgroßer Mensch da durchfahren können? Ist das ein Scherz?


Aaaah, da gibt es eine Umfahrung! Ich muss doch nicht mein Rad zerlegen und durchrobben.

Mein Quartier erreichte ich um 16 Uhr 30. Diesmal hatte ich ein Bed and Breakfast in San Benedetto Po gefunden, ein paar Kilometer südlich von Mantova. Nebenan bellt der Hund recht penetrant. Ich hoffe, das hört noch auf, bevor ich schlafen gehe.

Abend gegessen hab ich im Ort in einem kleinen Restaurant. Das Essen war gut, meinen Mineralwasserkonsum hab ich heute auch wieder auf insgesamt 5 Liter angehoben.

Mittagessen: ein Toast in einem kleinen Imbiss in Felonica nahe am Poradweg
Übernachtung: Bed and Breakfast A Casa dell'Antiquario - Zimmer sauber und riesengroß, WLAN funktioniert sehr gut. Preis leistbar.
Abendessen: gutes Essen in einem Lokal im Ort.
 
Gesamtstrecke 117,02 km
Zeit in Bewegung 6 h 27'
Gesamtzeit 8 h 51'
Temperatur in der Früh 21 °C, tagsüber bis zu 27 °C
am Vormittag Sonne, um die Mittagszeit zogen Wolken auf und führten zu einem Gewitter mit heftigem Wolkenbruch, danach weiterhin bewölkt und angenehm kühl

Summe aller Steigungen: 151 m
Höhe Crespino: 0 m ü NHN
Höhe San Benedetto Po: 19 m ü NHN

2 Kommentare:

  1. Fenistil Salbe oder Tabletten wirkt gut bei Sonnenausschlag Salbe gibt's rezeptfrei in jeder Apo. Tabletten nicht immer lgm

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    1. Fenistil Salbe hab ich mit und schmier auch jeden Abend. Es hat schon etwas nachgelassen.

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