Triest bis Cervignano del Friuli:
In der Nacht hat es geregnet, in der Früh hingen dunkle Wolken am Himmel bei 19 °C. Triest ist auch immer ein bissl wärmer als meine bisherigen anderen Etappenziele. Mein Frühstück war heute etwas seltsam. Es gab Buffet, das man nicht antasten durfte. Die Angestellte hat alles, was man sich aussuchen wollte, auf einen Teller portioniert. Mit Maske! Dafür hat sie ohne Handschuhe alles angetapst. Sehr sinnig! Beim Beobachten hab ich meine Auswahl abgeändert: kein Käse, kein Schinken, dafür lieber Butterportionen und Marmelade. Die Auswahl war einigermaßen in Ordnung. Kaffee war gut, Orangensaft grausig. Wenigstens wurde ich satt.
Um 8 Uhr 02 fuhr ich los. Das mit den Einbahnen und Gehsteigen in Triest hatte ich vor ein paar Tagen schon geübt. Das Spiel wiederholte sich. Dabei dachte ich, das Hotel ist so einfach platziert. Vor dem Eingang die Hauptstraße, die zur Küstenstraße führt. Grundsätzlich hat das auch gestimmt. Ich musste vom Hotel aus nach links. Also ist der einfachste Weg der Zebrastreifen, den man schiebend überquert, um auf der richtigen Straßenseite starten zu können. Ich fuhr los, die Straße teilte sich. Ich muss mich links halten, also hab ich mich auf die 3. Spur von rechts hinüberbewegt, um auf den linken Ast zu fahren. Ähm ... Einbahn. Ähm ... wirklich Einbahn! Mir kommen Autos entgegen! Das war SO nicht ausgemacht! Ich quetschte mich an den rechten Gehsteig, gestikulierte den entgegenkommenden Autofahrern freundlich zu, dem Busfahrer ebenfalls. Das wird nix, ich hab keinen Platz mehr. Auffi auf den Gehsteig! UFFFF ... Der ist aber auch nicht ideal, aber rechts vom Gehsteig kann man auch fahren. Schon wieder Einbahn! Das gibt's doch nicht! Hab ich die Einbahnen alle für mich abonniert! Nochmal nach rechts, quer über die Sperrfläche, 30 m fuhr ich einfach gegen die Einbahn, und ich war auf der richtigen Straße. Die richtige Straße hatte immerhin eine Busspur! GERETTET!
Apropos Hauptstraße vor dem Hotel. Es war letzte Nacht dermaßen laut, dass ich mit geschlossenen Fenstern schlafen musste. Und da hab ich noch genug Straßenlärm von draußen gehört. Die ganze Nacht hindurch!
Die richtige Straße in Triest war die SS14 bzw. SR14. Und das ist nicht nur die Küstenstraße in Triest, sondern ich war auch nach der Ortsendetafel auf der SS/SR14. Ganz durchblick ich die Bezeichnungen noch nicht. 14 hieß sie die ganze Zeit, aber manchmal SS14 und manchmal SR14. SR hätte ich als Strada Regionale interpretiert, SS als Strada Stato oder so.
Ungefähr 7 km nach Triest besuchte ich das Schloss Miramare (ital. Castello di Miramare).
Schloss Miramare liegt auf einer Felsenklippe in der Bucht von Grignano. Die Stadt Triest und ihre Umgebung kamen bereits 1335/1382 zur Habsburgermonarchie und blieben bis 1918 österreichisch. In dieser Zeit war die Schreibweise des Schlosses Miramar.
Das Schloss wurde zwischen 1856 und 1860 für Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich, den Bruder von Kaiser Franz Joseph I., und seine Gattin Charlotte von Belgien erbaut. Architekt und Bauleiter war Carl Junker.
Das Schloss und seine Inneneinrichtung sowie die umliegende Parkanlage
wurden entsprechend den detaillierten Anweisungen und Vorstellungen des
Erzherzogs erbaut und spiegeln in vielen Bereichen die große Liebe
Maximilians zum Meer wider. Der Name Miramar oder Miramare beruht auf den italienisch/spanischen Ausdrücken Mira (aus dem Verb "mirar", also "anschauen" oder "schauen") und Mare ("Meer" auf italienisch), bedeutet also in etwa Meeresblick.
Die Innenausstattung wurde erst 1870, nach dem Tod Ferdinand
Maximilians, fertiggestellt. Seit 1955 ist das Schloss als staatliches
Museum für Besucher geöffnet.
Ich drehte einige Schleifen durch den Park und außen um das Schloss. Drinnen war ich nicht.
Das Schloss war das einzige Highlight der heutigen Etappe. Nach meiner Außenbesichtigung fuhr ich wieder auf der SR/SS14 weiter.
Mir kamen sogar gelegentlich Radfahrer entgegen, auch voll bepackte! Und auch ich wurde von Radfahrern überholt. Anscheinend gibt es in der Region keine Radwege, so dass man auf der Straße fahren muss.
Da meine Etappe heute sehr kurz war, erreichte ich mein Etappenziel - Cervignano del Friuli - bereits um halb 12 und konnte nach dem Einchecken im Ort Mittagessen gehen. Taglatelle mit Käsesauce, dazu eine riesengroße Schüssel Salat. Dressing mit Balsamico Essig, eh klar :-) Der Ort ist überschaubar und bietet keine wirklichen Attraktionen. Meine Unterkunft ist ein Restaurant mit Zimmern. Allerdings öffnet das Restaurant erst am Abend.
Und jetzt geh ich Abendessen.
Mittagessen: Tagliatelle mit Käsesauce und Salat in einem kleinen Restaurant im Ort
Übernachtung: 1883 Restaurants and Rooms - Zimmer sauber und gut. WLAN
funktioniert super. Preis günstig
Abendessen: schaumamal, was das Haus bietet.
Nachtrag: Das Abendessen war hervorragend. Taglatelle mit Spinat und Muscheln, dazu eine große Schüssel Salat.
Gesamtstrecke 49,36 km
Zeit in Bewegung 2 h 47'
Gesamtzeit 3 h39
Temperatur in der Früh 19 °C, tagsüber bis zu 29 °C
den ganzen Tag wolkig, erst seit meiner Ankunft in Cervignano lichteten sich die Wolken, und der Himmel wurde blau
Summe aller Steigungen: 152 m
Höhe Triest: 16 m ü NHN
Höhe Cervignano del Friuli: 20 m ü NHN
























Miramare….doch irgendwie schön….schade dass Du keine innenbesichtigung machen konntest….meine Frage von gestern…..wie kommst Du na h Triest, war eigentlich überflüssig….mit dem Rad natürlich….manchmal fällt logisches Denken aus…..hihihihi
AntwortenLöschen:-) Ich hätte schon auch eine Besichtigung machen können. Aber die hätte länger als eine Stunde gedauert. Ich war ja so schon 1 1/2 Stunden im Arreal unterwegs.
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