Freitag, 26. August 2022

Tag 21: Venedig bis Crespino

Venedig bis Crespino:

Gestern Abend war ich schon nervös. Heute Früh noch mehr. Ist schon komisch. Da freut man sich tagelang auf Venedig. Und dann bibbert man, wie man ohne Komplikationen wieder rauskommt. Meinen Wecker hatte ich auf 6 Uhr gestellt. Die Wäsche, die ich gestern gewaschen hatte, musste ich noch einpacken. Um 3/4 7 war ich bereit, stellte mein Rad in den Hof, bepackelte es mit dem Gepäck. Und um Punkt 7 schob ich los. Mit knurrendem Magen, das Frühstück ließ ich aus.
 
Das Thermometer zeigte 20 °C an. Der Wetterbericht sagte 33 °C voraus. Einmal durch die hohle - nein durch die enge - Gasse nach rechts, dann noch einmal durch die noch engere Gasse nach rechts. Und ich war auf der Uferpromenade von San Marco. Über 3 Brücken musste ich schieben, bis ich die Schiffsanlegestelle A erreicht hatte. Allerdings waren die Stufen jeweils am Rand mit Platten ausgelegt, sodass das Schieben rauf und wieder runter kein Problem bereitete. Um 7 Uhr 05 war ich bei meinem Gate, kaufte mir mein Ticket und wartete gespannt auf mein Schiff - Linie 14.

JUHUUUU! Ich durfte einsteigen! Ein Felsbrock fiel mir vom Herzen.




Ich war drin. Der erste Schritt hat geklappt. Linie 14 brachte mich nach Lido. Der Lido di Venezia ist der mittlere, Venedig vorgelagerte Teil einer Nehrung, die von Chioggia bis Jesolo reicht und die Lagune von Venedig von der offenen Adria trennt. Der Hausstrand der Venezianer, aber auch der Touristen mit luxuriösen Hotels.




In Lido stieg ich aus und fuhr zur Fähre rüber. Fähre Nr. 17 war noch nicht da. Ich musste eine Dreiviertelstunde warten. In der Zwischenzeit kaufte ich mir mein Ticket und eine Flasche Mineralwasser. Die Fähre Nr. 17 parkte sich ein. Ich wusste erst gar nicht, wohin mich die Fähre bringen wird. Ich wusste nur, ich musste die Nr. 17 nehmen, sonst komm ich nicht nach Mestre.







Und los ging's. Ähm... Wir fuhren nach Venedig. Am Markusplatz vorbei, am Dogenpalast vorbei. 







Ich fuhr mit zwei Schiffen mehr als zwei Stunden lang inklusive Wartezeiten vom Markusplatz um Venedig herum auf die andere Seite (Luftlinie 2,5 km), um im Hafen von Venedig - Tronchetto - wieder auszusteigen. Von da aus fuhr ich den Radweg neben der Straße auf dem Damm ("Ponte della Libertà") nach Mestre. Das war eine Fahrt mit der Kirche ums Kreuz. Aber Hauptsache es hat geklappt!

Aus Mestre raus konnte ich Gott sei Dank eine weniger stark befahrene Straße nehmen, bis ich in Malcontenta, einem Vorort von Mestre, auf der SS 309 Richtung Südwesten weiterfuhr. Hier gönnte ich mir endlich mein Frühstück, bevor ich mich wieder auf die Strada del Inferno mischte.




Je weiter ich mich von Mestre entfernte, desto schwächer wurde das Verkehrsaufkommen. Ich fand auch ab und zu ein kleines Rastplatzerl. Fast schon idyllisch! Fast ....


Die letzten 20 km bis zu meinem Etappenziel Crespino war es vorbei mit dem Inferno, ich fuhr auf abgelegenen Straßen und erreichte schließlich den Po!








Der Poradweg ist zumindest hier kein richtiger Radweg, sondern eine Straße (eine sehr ruhige Straße). Aber vielleicht ändert sich das ja noch.

Ganz stressfrei erreichte ich um 15 Uhr 30 mein Quartier, einen Bauernhof, der Zimmer anbietet. Der Ortskern von Crespino ist nicht weit entfernt. Ich machte mich auch gleich auf den Weg. Und ich glaub, ich bin in einem Haubenlokal gelandet. TOLL! Einfach toll, wie ich gegessen habe. Mehrere Gänge mit Käsekompositionen, Brot, 3 verschieden überbackenen Brotscheiben, Steak als Hauptspeise mit gekochtem Gemüse. 2 Liter Mineralwasser. Und für das alles hab ich nicht einmal viel ausgegeben. So gut und dabei preiswert hab ich in Venedig bei weitem nicht gegessen. Ich war echt baff, da der Ort Crespino ein kleines Nest ist.

Mittagessen: ein Weckerl und eine Banane bei einem Spar unterwegs
Übernachtung: Bauernhof Agriturismo Principe Pio - Zimmer sauber und riesengroß, WLAN funktioniert sehr gut. Preis wieder leistbarer als zuletzt
Abendessen: TOLL in einem Lokal im Ort.
 
Gesamtstrecke 95,36 km
Zeit in Bewegung 5 h 01'
Gesamtzeit 8 h 32'
Temperatur in der Früh 20 °C, tagsüber bis zu 33 °C
Sonne pur den ganzen Tag

Summe aller Steigungen: 136 m
Höhe Venedig: 4 m ü NHN
Höhe Crespino: 0 m ü NHN

2 Kommentare:

  1. Für eine 2std hafenrundfahrt zahlen viele Leute eine Lawine. Du hast das zum Fährkostenpreis geniessen können. Undankbar ggggg. Lgm

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