San Benedetto Po bis Cremona:
Weiter auf dem Poradweg, wobei ich heute teilweise abseits vom Po war und ihn gar nicht gesehen habe. Aber ich folgte immer den Radwegschildern, wobei es teilweise zwei Alternativen gibt: rechtes Ufer oder linkes Ufer. Und ich musste den Radweg auch heute wieder meistens mit Autos teilen. Alle 45 Minuten sah ich ein Auto, wenn nicht noch seltener.
Mein Frühstück war wieder einmal gewöhnungsbedürftig. Zwieback (ganz toll!), zwei (!!!!) 22 Gramm-Scheiben Brot und ein Croissant. Kein Gemüse, keine Rohkost, kein Obst, kein Käse, keine Wurst, kein Schinken, keine Eier. Da wird man nicht satt, wenn man auf Radtour ist. Immerhin bekam ich großzügigerweise 1 Liter Mineralwasser und einen guten Kaffee. Na ja ...
Bei 19 °C fuhr ich los. Der Wetterbericht sagte 31 °C voraus. Gestern hatte das Gewitter die Temperatur so schön runtergekühlt. Das war heute leider nicht so. Mein Quartier lag nahe an der SP 53, die mich wieder zurück zum Po führte.
10 % runter, 10 % wieder bergauf, damit ich mich nicht an das Flachland gewöhne :-)
So eine Art von Brücke hatte ich heute zweimal. Interessante Bauweise. Sie schwimmt auf Holzfässern bzw. eigentlich auf kleinen Holzbooten, ist an beiden Seiten befestigt. Und die Fahrbahn besteht aus Holzbrettern.
Auch heute kamen mir wieder Rennradfahrergruppen entgegen. Die waren immer so schnell vorbei. Die Einzelfahrer dagegen sprachen mich an und wollten wissen, wohin ich fahre. Ich kam mit einigen ins Gespräch. Alle auf Italienisch. Dabei kann ich das gar nicht. Ich versuch es aber! Alleine schon beim Bestellen in einem Lokal ist es von Vorteil, wenn man ein paar Worte kann. In den Quartieren können die meisten Englisch (außer gestern der Vermieter des Bed & Breakfast; der konnte nur Italienisch), aber beim Einkaufen oder beim Bestellen ist Englisch anscheinend nicht wirklich Standard.
In Gussola entdeckte ich auf meinem Navi ein Bestecksymbol und verließ den Poradweg, um dem Besteck zu folgen. Ich fand eine Tankstelle mit einem Imbiss daneben. Aber nicht nur das, ich fand einen richtig schönen Oldtimer!
Sogar noch mit alten Kennzeichen! Aber fahrbereit. Ich sah ihn wenig später wegfahren. Für mich gab es einen Hamburger mit viel Mineralwasser und zum Abschluss einen Kaffee. Satt wurde ich nicht. Mein Magen hatte schon nach dem Frühstück geknurrt, nach dem Mittagessen knurrte er weiter.
Die Etappe war durch die teilweise abseits vom Po geführte Route abwechslungsreich. Ich fuhr nicht nur am Wasser, sondern auch durch Ortschaften, was ich auch ganz nett fand. Nur die Sonne war heute wirklich intensiv. Kein Schatten weit und breit. Nur pralle Sonne bei um die 30 Grad.
Die letzten Kilometer schickte mich die Route noch auf eine Piste. Und schließlich führten mich die Schilder "Strada del Gusto" mitten in die Stadt Cremona. Apropos Gusto - Zeit wird's für ein Abendessen!
Über die Stadt Cremona hab ich google ein wenig befragt:
Cremona ist eine Stadt in der Lombardei am linken Flussufer des Po inmitten der Po-Ebene mit 72.672 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019). Zugleich ist Cremona Verwaltungssitz der Provinz Cremona.
Die Stadt wurde insbesondere bekannt durch die Geigenbauerfamilien Amati, Bergonzi, Guarneri und Stradivari. Die traditionelle Geigenbaukunst in Cremona wurde 2012 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO ernannt.
Cremona wurde 218 v. Chr., im selben Jahr wie Placentia (Piacenza), von den Römern als Vorposten gegen die gallischen Stämme gegründet. Es wurde 190 v. Chr. mit 6000 neuen Siedlern verstärkt und bald eine der blühendsten Städte Norditaliens.
Nach der Zweiten Schlacht von Bedriacum im Jahr 69 wurde Cremona von den Truppen des zukünftigen Kaisers Vespasian eingenommen und zerstört, wobei nur der Tempel der Mefitis stehenblieb. Vespasian ordnete den sofortigen Wiederaufbau an, aber die Stadt erlangte nicht wieder ihren alten Wohlstand. Von den Langobarden unter Agilulf wurde sie 605 abermals zerstört, 615 wiederaufgebaut und von langobardischen Herzögen regiert.
1499 wurde Cremona von den Venezianern besetzt, fiel aber 1512 an Massimiliano Sforza. Nach Sforzas Tod eroberte Frankreich das Gebiet. 1518 konnte es von kaiserlichen Truppen zurückerobert werden. 1535 kam es zusammen mit der übrigen Lombardei an die Habsburger (ab 1544 zur spanischen Linie).
Unter den österreichischen Habsburgern erlebte Cremona im 18. Jahrhundert eine Blüte. In der von Napoleon Bonaparte 1797 gegründeten Italienischen Republik war es die Hauptstadt eines Départements. Zusammen mit der übrigen Lombardei kam Cremona 1814 wieder zu Österreich und wurde Teil des habsburgischen Königreichs Lombardo-Venetien. Nach der Niederlage im Sardinischen Krieg musste Österreich das Gebiet an Frankreich abtreten, das es 1860 mit dem Königreich Sardinien-Piemont gegen Nizza und Savoyen tauschte. So wurde Cremona 1861 Teil des neuerrichteten Königreichs Italien.
Nachdem ich heute in einer Stadt und nicht in einer winzigen Ortschaft übernachte, muss ich mich - abgesehen vom Abendessen - auf die Suche nach einer Einkaufsmöglichkeit machen. Ich weiß, heute ist Sonntag. Aber meine Sonnencreme ist weg. Ich vermute, dass ich sie entweder beim Umkippen des Fahrrades (das ist mir bei einem Stopp einmal passiert) oder beim Rumpeln verloren hab. Ich hatte sie in der Lenkertasche auf der Seite außen.
Mein Quartier erreichte ich um 15 Uhr 45. Ich gönnte mir wieder einmal den Luxus eines Hotels (und hoffe auf ein besseres Frühstück morgen :-) Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!).
Meine Haare sind trocken. Ich marschier jetzt los.
Abend gegessen hab ich im Ort in einem kleinen Restaurant. Das Essen war gut, meinen Mineralwasserkonsum hab ich heute auch wieder auf insgesamt 5 Liter angehoben.
Mittagessen: Hamburger im Imbiss neben einer Tankstelle in Gussola
Übernachtung: Hotel Impero - Zimmer sauber und riesengroß, WLAN funktioniert sehr gut. Preis leistbar für 4 Sterne!
Abendessen: in einem der vielen Lokale in der Innenstadt. Ich hab sehr gut gegessen!
Gesamtstrecke 104,31 km
Zeit in Bewegung 5 h 46'
Gesamtzeit 7 h 43'
Temperatur in der Früh 19 °C, tagsüber bis zu 31 °C
Sonne pur den ganzen Tag
Summe aller Steigungen: 131 m
Höhe San Benedetto Po: 19 m ü NHN
Höhe Cremona: 49 m ü NHN





























Mädel, Du dürftest die einzige Person sein, die durch Italien fährt, und fast verhungert. Hihihihi….also….Supermärkte gibts doch sicher……
AntwortenLöschenSupermärkte gibt es in den Städten. Aber nicht auf den Pisten oder Dammwegen entlang des Po. Und gestern war ich ja auch einkaufen in Pavia (einer Stadt!). Vorgestern war Sonntag. AUCH in Italien!
LöschenGaby....Italien und Frühstück....Das passt nicht zusammen. Freu dich über jeden Zwieback lgm
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